Aufruf für Kapitel für den Sammelband "A Horse is a Horse, of Course!?"

In den letzten Jahrzehnten wurde der pferdegestützte therapeutische und Coaching-Markt mit einer Vielzahl von Modalitäten, Modellen und Ausbildungen überschwemmt, die den Einbezug des Pferdes anbieten und befürworten. Jeder dieser Ansätze in diesem sich ständig weiterentwickelnden Arbeitsfeld hat seine eigene Sicht auf die Rolle des Pferdes und das, was diese sogenannte „Herden- und Fluchttiere“ mitbringen.

An einem frühen Sonntag Morgen im Oktober 2016 dachte ich mal wieder über „Interaktionen zwischen Pferd und Mensch“ im Allgemeinen, und dieses Arbeitsfeld nach. Über die Entwicklungen in diesem Feld, dessen Wachstum, und vor allem die Probleme, die in diesem Feld bestehen. Wohl das größte Problem ist, dass es so viele Zertifizierungs-Anbieter gibt, die alle unterschiedliche Ansätze anbieten und vertreten. Für Klienten und Patienten kann es wirklich verwirrend sein, das eine vom anderen zu unterscheiden. Ein weiteres „Problem“, über das ich nachdachte ist, dass es oft nicht genügend Finanzierungsmöglichkeiten für interessierte Klienten/Patienten gibt. Es gibt genügend Anfrage – aber oft scheitert eine fortführende Therapie daran, dass es zu teuer ist, Behandler, Pferde, Anlage u.ä. zu zahlen. Es gibt weltweit nur wenige Unternehmen, die allein durch ihre pferdeunterstützte Arbeit genügend Einkommen verdienen, um alles am Laufen halten zu können. Ein weiteres „Problem“, über das ich nachdachte, ist der weltweite Mangel an Forschung und Studien, die die Wirksamkeit der pferdeunterstützten Arbeit untersuchen und bestenfalls belegen. All diese Faktoren untermauern das pferdeunterstützte Feld – was wiederum auf die Vielfalt der Angebote und die fehlende Einigkeit in den unterschiedlichen Arbeitsweisen zurückzuführen ist ... Ein Teufelskreis. Dieser Gedankengang führte zu einem weiteren zu nennenden Problem: Auch in Bezug darauf, was oder wer das Pferd ist, vertritt jedes Modell, jede Organisation eine andere Sichtweise. Die Meinungen und Auffassungen gehen grundlegend auseinander.

Dieser letzte Gedanke schien der rote Faden zwischen all den anderen Problembereichen zu sein ... 

Eine Weile verweilte ich bei diesem letzten Gedanken. 

„Minds-n-Motion“/Gedanken in Bewegung -  ist der Name meines Unternehmens und verkörpert nicht nur meine Arbeit, sondern auch meine Grundwerte und mein Ziel: Menschen und Pferden, als Individuen - ohne Unterschiede in Bezug auf Wert und Wertigkeit – bringen Gedanken in Bewegung, indem sie in einem gemeinsamen Raum sind. Emotionale Sicherheit und das Wohlbefinden jedes Teilnehmers liegen mir am Herzen. Für mich war es nur natürlich, diesen Gedanken weiter zu verfolgen: Ich dachte an all die Menschen, die ich kenne und von denen ich mehr lernen möchte.  Eine sogenannte „Schnaps-Idee“ entwickelte sich: Menschen an einem Ort versammeln - Raum für alle, die gehört und respektiert werden.  Nicht darauf abzielen, Antworten zu geben, sondern Raum geben und haben für Fragen. Wissen austauschen. Voneinander lernen. Und Vornehmen, von dem alle profitieren können.  .. Ein Symposium!

Dies waren die Anfänge des Internationalen Minds-n-Motion-Symposiums „Ein Pferd ist ein Pferd, na klar!?“

Die Auswahl des Titels war einfach.  "Ein Pferd ist ein Pferd, na klar!?" ist in den Vereinigten Staaten eine weit verbreitete Aussage.  Es klingt platt - ist es aber nicht. Dieser Satz enthält sowohl eine Antwort als auch eine Frage. Ein Pferd ist natürlich ein Pferd, doch diese Aussage bzw. Behauptung enthält gleichzeitig auch eine Vielzahl von Fragen. Was ist das Pferd? Wer ist das Pferd? Was wissen wir über das "Pferd"? Wie wird unsere Wahrnehmung von unseren theoretischen Modellen und Paradigmen beeinflusst?  Sehen wir wirklich das Pferd und wissen wir, was es braucht? Gewährleisten wir seine  „emotionale Sicherheit“ in der pferdeunterstützten Arbeit? Was verstehen wir unter Wohlbefinden eines Pferdes – und wie gewährleisten wir dieses?

Um herauszufinden, was Pferde wirklich sind und wie die vorherrschende Sichtweise von Pferden entweder unterstützt oder verbessert werden kann, geht nun jährlich ein Ruf an die internationale Gemeinschaft derer, die mit Pferden arbeiten, Pferde kennen, Pferde erforschen und verstehen (wollen).

VISION 

Meine Mission: Verbesserung der Sicherheit, Pflege und des Wohlbefindens von Pferden, Eseln und Maultieren in Programmen, die Pferde mit in ihre Arbeit einbeziehen, sei es in der Wissenschaft, Forschung oder der interdisziplinären Zusammenarbeit.

Team: Das Symposium war die kreative Vision von Ilka Parent. Auf der Suche nach einer gemeinnützigen Organisation, die dieses Ziel mit unterstützt, Stipendien für Forschungsarbeiten zu vergeben, die aus den Einnahmen der Symposien und Kompendien stammen, begann sie eine Zusammenarbeit mit MiMer, einer schwedischen gemeinnützigen Organisation. 

Ziel: Das Symposium ist und soll jährlich eine Plattform schaffen, auf der Referenten und Teilnehmer zusammenkommen, ihr Wissen über Pferde im Allgemeinen und Pferde in interaktiven Programmen zwischen Pferd und Mensch diskutieren und teilen können.  Zusätzlich zum Symposium wird ein jährliches Kompendium mit Beiträgen zu den vorgestellten Themen veröffentlicht.  Dadurch wird sichergestellt, dass die Informationen auch für die verfügbar sind, die nicht in der Lage sind, persönlich an den Symposium teilzunehmen. Alle Einnahmen fließen in die Finanzierung künftiger Forschungs- und Therapiedienstleistungen für Patienten in Not. 

 

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