Schulenübergreifende Ausbildung und Zertifizierung - wie geht das?

Gerade im europäischen Raum wird der Fachkundenachweis in spezifischen Therapierichtlininenformen nicht nur geschult, sondern auch sehr betont. Der Ausbildungsname: "Psychodynamische ...." mag irrtümlich zu der Annahme führen, dass diese Therapiemethode nur für Psychotherapeuten aus diesem Fachkundebereich bestimmt ist. 

PPTT beruht auf und verwendet spezifische tiefenpsychologische/psychoanalytische Grundkonzepte. Diese werden in der Zusammenarbeit mit Pferden verwendet. Der gemeinsame und verbindende Nenner aller Therapierichtlinien ist hierbei der traumatherapeutische Ansatzpunkt, dass gerade bei vergangenem Trauma auf der Beziehungsebene eine Behandlung mit Fokus auf der Beziehungsebene vonnöten ist. Dies ist Fachkunde-unspezifisch in allen traumatherapeutischen Richtlinien der Fall. 

Seit 2020 bietet Minds-n-Motion eine Fortbildungsreihe in der pferdeunterstützten Traumatherapie für approbierte Psychotherapeuten und approbierte Traumatherapeuten sowie Pferdeverhaltensspezialisten an: In 3 Modulen werden sowohl die theoretischen als auch die praktischen Voraussetzungen und Inhaltselemente dargestellt und eingeübt: 

Modul 1: Grundlagen der pferdeunterstützten Traumatherapie:

Dieser 4-Tage Grundlagenkurs bietet einen Einblick in traumainformierte pferdeunterstützte Arbeit: Kernkonzepte werden sowohl in Theorie als auch angewandeter Praxis mit den Pferden vorgestellt und eingeübt. 

Modul 2: Prozessverarbeitung in der pferdeunterstützten Traumatherapie: 

Anhand von Videoaufnahmen werden in dieser 2 1/2 tägigen Fortbildungsveranstaltung spezifische und typische Klientensituationen vorgestellt und anhand dieser dargestellt, wie die Prozessgestaltung und - verarbeitung im Team mit Pferden konzipiert werden können. Die spezifischen Aufgabenbereiche der Teammitglieder im quadratischen Teamansatz werden vertieft und praktisch geübt.

Modell 3: Spezifische Traumatherapeutische Interventionen unter Einbezug der Pferde.

Anhand von Fallbeispielen werden in der praktischen Arbeit spezifische Interventionstechniken vorgestellt und geübt. 

Hier ist zu beachten, dass PPTT weder renommierte langjährigen Ausbildungs- und Zertifizierungsprogramme ersetzt noch mit ihnen konkurriert. Die Fortbildungseinheiten konzentrieren sich auf die pferdeunterstützten Elemente, die für eine psychotherapeutische Zusammenarbeit im Team notwendig sind. Solide und zertifizierte Grundlagenausbildungen in entweder Richtlinienverfahren, Traumatherapieverfahren oder Pferdetrainings sind Voraussetzung, um in der pferdeunterstützten Traumatherapie zertifiziert zu werden.

Bedeutet dies, dass nur approbierte Traumatherapeuten an der Fortbildungsreihe teilnehmen können?

Nein. Die vermittelten Interventionen und Konzepte sind in jeder therapeutischen Arbeit anwendbar, die traumainformierte Praxis für alle Klientengurppen empfehlenswert. Eine Zertifizierung ist jedoch nur bei eine bestehenden Approbation mit Fachkundenachweis in einer richtlinienkonformen Therapieform als auch einer Zertifizierung in einer anerkannten Traumatherapieform möglich. Voraussetzung für Pferdeverhaltensspezialisten sind Ausbildungen in der Biomechanik der Pferde (Trainer C erfüllt diese Voraussetzung), der Pferde-„Psychologie“ (soziale und kognitive Fähigkeiten) und natürlich Erfahrung im Umgang mit den Pferden - und diese nicht nur im Reiten. Grundkenntnisse über Pferdehaltung mit all den dazugehörigen Elementen sind notwendig und allein nicht ausreichend.

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